Konkurrenz unter jungen Eltern – Gastbeitrag von How I Met My Momlife

Konkurrenz unter jungen Eltern – Gastbeitrag von How I Met My Momlife

Konkurrenz unter jungen Eltern – Gastbeitrag von How I Met My Momlife

Wir freuen uns, den ersten Gastbeitrag auf Little-Post.com veröffentlichen zu dürfen und starten gleich mit einer besonders sympathischen und talentierten Autorin vom Blog How I Met My MomLife. Schaut gerne einmal bei Miriam vorbei, auf Ihrem Blog findet Ihr noch viele tolle Beiträge aus dem Leben einer Mama.

 

Konkurrenz unter jungen Eltern

Das Wort „Konkurrenz“ hört man unter jungen Eltern des öfteren. Aber warum sind gerade junge Eltern so anfällig für Vergleiche und eventuelles Konkurrenzgehabe? Ganz einfach deshalb, weil man in der ersten Zeit mit Baby oft verunsichert ist. Elternsein kann man nicht lernen. Man kann sich nicht darauf vorbereiten. Man wächst in die Elternrolle erst nach und nach hinein. Und was in der ersten Zeit nach der Geburt des ersten Kindes hilft, ist der Austausch mit anderen Eltern. Im Zuge dieses Austauschs findet ein unweigerlicher Vergleich der Kinder statt. Denn über nichts reden Eltern so gern wie über ihre Kinder. Und noch viel lieber berichten sie über die Meilensteine und Entwicklungsschritte.

Vergleichen ist menschlich

Das Vergleichen an sich ist nichts Schlimmes. Wir Menschen vergleichen uns ständig. Wir brauchen das um uns in dieser Welt einzuordnen. Kompliziert wird es nur, wenn aus dem Vergleichen ein auf- oder abwerten wird oder man sich davon vereinnahmen lässt. Ich glaube generell gibt es zwei Arten von Menschen oder Persönlichkeiten. Die, die sich gerne vergleichen und in Konkurrenz mit anderen stellen und die, die mit sich und der Welt zufrieden sind und andere Menschen so stehen lassen können wie sie sind. Wir Erwachsenen haben über die Jahre hinweg aber meist gelernt, dass beispielsweise unser Gewicht, unsere Körpergröße oder unsere Talente nicht immer mit denen von anderen Menschen übereinstimmen. Im Bezug auf unsere Kinder müssen wir das meist noch lernen.

Konkurrenz unter Müttern beginnt oft schon während der Schwangerschaft

Der Vergleich und die daraus resultierende Konkurrenz fängt oft schon in der Schwangerschaft an. Die Größe des Babybauchs wird verglichen und bewertet. Ist der Bauch zu klein, scheint das Kind nicht optimal entwickelt. Ist der Bauch im Verhältnis zur Schwangerschaftswoche groß, könnte es Probleme mit dem Fruchtwasser geben. Ist die Haut am Bauch schon gerissen, hat die werdende Mutter wohl nicht oft genug gecremt. Und überhaupt – wie steht es denn um das Gewicht der Schwangeren? Hat sie bisher nur sehr wenig zugenommen macht sie sicher eine Schwangerschaftsdiät und schadet ihrem ungeborenen Kind. Bringt sie schon überdurchschnittlich viele Kilos auf die Waage, übt sie sich sicherlich in Völlerei und riskiert ein zu dickes Kind. So oder so, über das Gewicht wird immer gerne geredet. So erleben viele Frauen bereits in der Schwangerschaft einen Hauch davon, wie es wohl aussehen wird, wenn das Baby dann da ist.

Little Post_Konkurrenz unter jungen Eltern Baby

Frischgebackene Eltern sind oft unsicher

Mit der Geburt des ersten Kindes tauchen Eltern in eine neue Welt ein. Wie bereits erwähnt kann man sich auf das Elternsein nicht vorbereiten, man wächst mit der Zeit in seine Rolle hinein. Dies führt bei vielen jungen Eltern zu Unsicherheit. Dabei kann der Austausch mit anderen Eltern eine große Hilfe sein. Man erfährt beispielsweise, dass auch andere Babys Koliken haben und erhält wertvolle Tipps, die Linderung verschaffen sollen. Allerdings tauschen sich Eltern oft nicht nur über etwaige Probleme aus, sondern teilen viel lieber die freudigen Momente und Meilensteine miteinander. Hier birgt sich nun die Gefahr, dass aus dem Vergleich leicht eine ungesunde Konkurrenzsituation entstehen kann.

Besonders Eltern mit gleichaltrigen Kindern konkurrieren oft

Das erste Babyjahr steckt voller großer Entwicklungsschritte und Meilensteine. Gerade bei Dingen wie dem ersten Lächeln und den ersten Krabbel- oder Gehversuchen platzen Eltern fast vor stolz. Es ist so wundervoll zu sehen wie sich das eigene Kind entwickelt und diese Freude will mit der Welt geteilt werden. Daran ist auch garnichts auszusetzen. Nur stellt man sich und sein Kind damit automatisch in einen Vergleich mit gleichaltrigen Kindern. Verkündet man die ersten Schritte seines Sprösslings zum Beispiel in einer Gruppe von Eltern mit gleichaltrigen Kindern, von denen noch kein Kind läuft, wird das eigene Kind oft als Frühstarter betitelt (und manchmal bekommt man noch zu hören, dass zu frühes Laufen nicht gut für die Wirbelsäule sei). Ist man die Mutter in dieser Gruppe, deren Kind als Letztes anfängt zu laufen gerät man in eine gefährliche Denkschleife. „Ist mein Kind spät dran? Oder sind die anderen Kinder Frühstarter? Muss ich mir jetzt Sorgen machen weil mein Kind noch nicht laufen kann?“. Dann fängt man an nach anderen Eltern mit gleichaltrigen Kindern zu suchen und stellt sein Kind in den nächsten Vergleich. Sind dort auch schon alle Kinder fleißig am Laufen steigt die Unsicherheit im Bezug auf das eigene Kind. Findet man allerdings eine Mutter mit einem Kind, welches noch nicht einmal krabbelt, atmet man tief durch und weiß, dass das eigene Kind immerhin darin in seiner Entwicklung schon weiter ist. Klingt albern oder? Leider läuft es aber oft genauso ab.

Vergleichen ist auch Charaktersache

Das Vergleichen der Kinder läuft oft ganz automatisch ab. Man ist zum ersten Mal Mutter geworden und hat eben noch keine eigenen Erfahrungswerte. Sich an anderen Müttern und deren Kindern zu orientieren hilft dabei, dass eigene Kind besser kennenzulernen. Nun ist es aber oft der Fall, dass gerade die Mütter, deren Kinder echte Schnellstarter sind am lautesten die Entwicklungsschritte ihrer Kinder in die Welt schreien und andere Mütter damit oft verunsichern. Nun kommt es dann wieder auf die Charaktereigenschaften der anderen Müttern an. Manche nehmen diesen Vergleich gelassen hin, die anderen beginnen sich zu Sorgen und wieder andere werden wütend.

Little Post_Konkurrenz unter jungen Eltern Mutter Sohn

Man will alles perfekt machen

Viele Eltern wollen im Bezug auf ihre Kinder alles perfekt machen. Vor allem Mütter neigen dazu sich stark unter Druck zu setzen. Gerade in der heutigen Zeit hat man das Gefühl von perfekten Müttern umgeben zu sein. Soziale Plattformen wie Instagram prästentieren pastellfarbene Kinderzimmer, blitzblank geputzte Häuser und Mütter, die neben der Mutterrolle noch Zeit zum backen, stricken und kreativer Bastelarbeit haben. Man sieht glückliche Familien mit Kindern, die alles ein bisschen schneller und besser machen als die anderen und bei denen generell alles reibungslos läuft. Leider vergisst man oft, dass Menschen auf diesen Plattformen gezielt die schönen Momente des Alltags festhalten und ungern das morgendliche Chaos in der Küche oder das verwüstete Kinderzimmer am Abend in Bildern festhalten.

Mütter reagieren oft empfindlich

Mütter sind generell sehr empfindlich wenn es um ihre Kinder und das Bewerten ihrer Rolle als Mutter geht. Oft sind es garnicht die anderen, die sie bewerten, sondern die Mutter selbst. Sieht sie andere Mütter bei denen alles perfekt zu laufen scheint, fühlt sie sich schlecht. Mit dem schlechten Gefühl kommt die schlechte Laune und damit die gefährliche Neigung, sich mit den anderen Müttern in Konkurrenz zu stellen. Dann wird ebenfalls das überteuerte Bällebad bestellt, dass die anderen Kinderzimmer schmückt und am Abend ein Kuchen gebacken obwohl man eigentlich todmüde ins Bett fallen möchte. Und dann kommt dann noch das Problem mit dem Bewerten des eigenen Kindes hinzu. Die Mütter, die freudestrahlend die ersten Schritte ihres Kindes verkünden, haben nicht die Absicht, die Kinder die noch nicht laufen können, abzuwerten. Sie wollen einfach nur ihre Freude mit der Welt teilen. Es sind die Mütter der Kinder, die noch nicht laufen können, die anfangen sich schlecht zu fühlen weil ihr Kind noch nicht laufen kann. Sie fragen sich, ob sie es vielleicht anders hätten fördern können oder ob es ein Spätzünder ist.

Man hat selbst die Wahl ob man sich in Konkurrenz mit anderen stellt

Der erste Schritt zur Besserung ist es sich und seine Gefühle zu reflektieren. Wenn ich mir bewusst mache, dass es immer auch an mir selbst liegt ob ich mich in Konkurrenz stelle oder nicht, habe ich selbst die Wahl dies zu tun oder es eben auch sein zu lassen. Denn ja, es gibt tatsächlich auch Mütter, die sich bewusst mit anderen in Konkurrenz stellen und einen Wetteifer in Sachen „perfekte Mutter“ starten. Dennoch muss man sich immer bewusst machen, dass man selbst entscheidet ob man seine Energie für solch unnötigen Dinge verschwenden möchte oder man sich einfach auf sich selbst und sein Kind konzentriert. Das Leben mit Kindern ist eigentlich schon anstrengend genug – wir sollten es uns nicht zusätzlich schwer machen indem wir uns und unsere Kinder mit anderen vergleichen.

Little Post_Konkurrenz unter jungen Eltern Lesen

Mehr zu diesem Thema auf meinem Blog How I Met My Momlife

Ich habe in der Anfangszeit mit meiner Tochter einmal einen Artikel zum Thema „Vergleichst du noch oder lebst du schon?“ geschrieben. Sollte euch dieses Thema interessieren könnt ihr ebenfalls meinen Artikel namens „Warum ich aufgehört habe mich an anderen zu orientieren“ lesen . Ich freue mich auf euer Feedback!

Tanja König
Ich bin Tanja und komme aus dem schönen Bayern. Wenn ich nicht gerade unterwegs bin, genieße ich das Leben in meiner Heimat München mit meinem Freund und unserer Tochter Greta. Immer dabei: Windeltasche, Kuschelhase und viel Sinn für Humor. Little Post bietet mir die Plattform über Themen zu schreiben, die mir als Mutter einerseits am Herzen liegen, andererseits aber auch einfach eine riesige Freude bereiten. Außerdem habe ich so besonders viel Zeit für meine kleine Familie.

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